Startseite
Aktuelles
Gottesdienste
Termine
Leitung und Verwaltung
Unsere Kirchen
Was wir waren - was wir wollen
Unsere Pfarrei und Predigten
    Unsere Seelsorger
    Pfarrbezirke
    Andachten
    Predigten
       Predigten 1
       Predigten 2
       Predigten 3
       Martin Luher 10 Thesen für 2017
       Andacht für den Sonntag Palmarum 05.04. 2020
    Martin Luther 10 Thesen für das Jahr 2017
Amtshandlungen
Ökumene
Gemeindebrief
Kindergärten
Offene Kirche
Kinder-und Jugendarbeit
Erwachsenenarbeit
Seniorenarbeit
Chöre & Konzerte
Treffs & Gesprächskreise
Feste und Feiern
Blick über den Kirchturm
Bildergalerie 2009/2011
Bildergalerie 2012/2018
Bildergalerie 2019/
Seitenübersicht
Impressum

Andacht zum Sonntag Palmarum am 05. April 2020

Andacht für den Sonntag Palmarum 05.04. 2020
Prädikant Hans Bolig

Predigttext zum Sonntag Palmarum Markus 14,3-9
Der Predigttext für den heutigen Sonntag steht beim Evangelisten Markus im 14. Kapitel, die Verse 3-9. Es ist die Geschichte von der Salbung Jesu.
3 Und als er in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Glas mit unverfälschtem und kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Glas und goss es auf sein Haupt.
4 Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls?
5 Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an.
6 Jesus aber sprach: Lasst sie in Frieden! Was betrübt ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan.
7 Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit.
8 Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt für mein Begräbnis.
9 Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie jetzt getan hat.

Gedanken zum Text
Da kam eine Frau, erzählt Markus. In diesen vier Worten des Evangelisten steckt eine ungeheure Spannung und Dichte, die sich in einem Tabubruch entlädt. Im Hause Simons wurde gefeiert. Aber wie das damals so war, Zugang hatten nur Männer. Doch die Frau ignorierte die Regeln der Männerwelt, ging hinein und salbte Jesus mit dem mitgebrachten Öl.
Mürrische, ja zornige Zurufe wurden laut. „Welche Anmaßung, welche Verschwendung!“ Und dann natürlich der Klassiker: „Man hätte dieses Öl verkaufen und das Geld den Armen geben sollen.“ Und sie nannten gleich den Preis dazu.
Heute ist es nicht anders: „Was haben die immer mit der Kirche? Warum verschwenden sie ihre Zeit mit Beten und frommen Getue! Gerade jetzt in Zeiten von Corona sollten sie sich doch besser um die Not der Menschen kümmern.“
Jesus sieht es anders. Er, der niemals Wert auf eine persönliche Ehrung gelegt hatte, ließ ihren Dienst an sich geschehen. Nein, noch mehr, er sieht darin Evangelium, frohe Botschaft, die die Zeiten überdauert.
Denn Jesus erkennt den Glauben der Frau. Ihm war es stets wichtig, dass die Menschen sich auf ihn einließen. Und diese Frau tut das. Für sie war er nicht nur ein Weiser oder ein Prophet, der gute Worte für Leib und Seele hatte. Sie sah in ihm den kommenden König, der sich der Menschen annahm. Jesu Salbung wird so zum Glaubensbekenntnis.
Zum Glauben tritt die Liebe. Als Einziger spürt Jesus die Liebe dieser Frau, die Widerschein jener Liebe ist, die Gott sogar den eigenen Sohn abzwingt.
Heute misst Jesus uns auch an unserem Glauben, fragt nach unserer Liebe. Da kann ich nicht bestehen. Schon ein winziges Virus bringt mich weg von ihm und lässt mich in Angst versinken.
Der Dienst dieser Frau hingegen speist sich aus Glauben und Liebe. Sicher, menschenfreundliches Handeln geht auch ohne Gott. Doch der, der uns abgrundtief liebt, wird für Glaubende zu einer nie versiegenden Quelle der Kraft, des Mutes, der Hoffnung und der Besonnenheit.
Wie kommen wir an diese Quelle? Der Gottesdienst, die Gemeinschaft der Glaubenden ist uns zurzeit verwehrt. Aber wir wissen doch um die, die genauso wie wir jetzt am Sonntagmorgen die Hände falten. Mit denen wir uns verbunden fühlen können.
Bei aller Bedrohung, bei aller Hektik dürfen wir nicht vergessen, wie wichtig Atempausen sind, für die, die nicht zur Ruhe kommen und für die, denen die Decke auf den Kopf fällt. Im Innehalten können wir neu Kraft und Mut schöpfen, können wir Schreckensszenarien und Horrorvisionen eine kleine Zeit in den Hintergrund rücken lassen.
Gegen die Angst, und gerade gegen die Angst von heute, stehen Geschichten wie die dieser Frau. So rückt Gottes Handeln wieder in unseren Blick. Und da geht es nicht um das liebe Jesulein, sondern um den Gottessohn, der für uns aus Liebe in den Tod geht. Deswegen wird Jesus gesalbt. Für sein Begräbnis und nicht nur zum König
Nicht zufällig steht diese Geschichte bei Markus am Anfang des Leidens und Sterbens Jesu. Sie weist wie der Einzug Jesu in Jerusalem auf das Kommende und will unseren Blick über den Tellerrand von Corona hinausgehen lassen.
Wir sind gefragt nach unserem Glauben, nach unserer Liebe.
Wir sind gefragt, auch wenn wir allein zuhause bleiben müssen und nichts tun können als beten.
Wir sind gefragt, wenn wir in dieser Zeit der Not uns zum Dienst an den Menschen rufen lassen. Vergessen wir nicht, für Glaubende sind alles Liebesdienste wie einst der der namenlosen Frau.
Glaube und Liebe weisen den Weg. Seinen Weg, der durch Angst und Tod hindurchführt. Fassen wir Mut. Folgen wir ihm. Alles andere liegt dann nicht mehr in unserer Hand. Sondern in seiner, die uns auffängt. Immer. Selbst im Tod. Das hat er versprochen. Amen.


Fürbitten
Herr Jesus Christus, Wir bitten für die Kranken. Schenke ihnen Heilung und Lebensmut.
Wir bitten für die Helfer. Schenken ihnen neue Kraft und Zeit zum Atemholen.
Wir bitten für die Verantwortlichen. Schenke ihnen Einsicht und das Gespür für gute Entscheidungen. Wir bitten für uns. Hilf uns glauben, stärke uns mit Deiner Liebe und richte uns auf mit deinem Gebet:

Vaterunser
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.


 


Nach oben