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Predigt zu Pfingsten





Pfingsten heißt Gott spüren und erleben! 
EINLEITUNG / BEGRÜSSUNG
Wir feiern Pfingsten: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen.
Unsere Hilfe kommt von dem Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.
 
Nach Weihnachten und Ostern ist Pfingsten das dritte große Fest im Kirchenjahr. Aber was feiern wir da eigentlich? Leider wissen das immer weniger Menschen. War da irgendetwas mit Jesus? Wird da ein Pfingstochse durchs Dorf getrieben?
Im Internet kann man allerdings schnell erfahren, dass das Pfingstfest das Fest des Heiligen Geistes ist und am 50. Tag nach Ostern gefeiert wird. Also offenbar wichtig und doch schwer zu fassen.
Denn einen Schöpfergott kennen fast alle Religionen. Unter Jesus Christus lässt sich sogar sehr konkret etwas vorstellen. Aber Heiliger Geist? Wer oder das soll das sein.
Fangen wir doch damit an, dass wir zunächst einmal die Geschichte lesen, die in der Bibel dazu gehört:
 
LESUNG
Ich lese die Geschichte vom Heiligen Geist, aus der Apostelgeschichte, Kap. 2:
1 Als das Pfingstfest kam, waren wieder alle zusammen, die zu Jesus gehörten.
2 Plötzlich kam vom Himmel her ein Rauschen wie von einem starken Wind.
Das Rauschen erfüllte das ganze Haus, in dem sie sich aufhielten.
3 Dann erschien ihnen etwas wie züngelnde Flammen. Die verteilten sich und ließen sich auf jedem Einzelnen von ihnen nieder.
4 Alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt. Sie begannen, in fremden Sprachen zu reden –
ganz so, wie der Geist es ihnen eingab.
5 In Jerusalem lebten auch fromme Juden aus aller Welt, die sich hier niedergelassen hatten.
6 Als das Rauschen einsetzte, strömten sie zusammen. Sie waren verstört, denn jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.
7 Erstaunt und verwundert sagten sie: »Sind das nicht alles Leute aus Galiläa, die hier reden?
8 Wie kommt es, dass jeder von uns sie in seiner Muttersprache reden hört?  (...)
12 Erstaunt und ratlos sagte einer zum anderen: »Was hat das wohl zu bedeuten?«
13 Wieder andere spotteten: »Die haben zu viel süßen Wein getrunken!«
14 Da trat Petrus vor die Menge, zusammen mit den anderen elf Aposteln.
Mit lauter Stimme wandte er sich an die Leute: »Ihr Leute von Judäa, Bewohner von Jerusalem! Lasst euch erklären, was hier vorgeht, und hört mir gut zu!
15 Diese Leute hier sind nicht betrunken, wie ihr meint. Es ist ja erst die dritte Stunde des Tages.
16 Nein, was hier geschieht, hat der Prophet Joel vorhergesagt:
17 Gott spricht: Einmal werde ich meinen Geist über alle Menschen ausgießen. Eure Söhne und Töchter werden als Propheten reden. Eure jungen Männer werden Visionen schauen, und eure Alten von Gott gesandte Träume haben. 18 Über alle, die mir dienen, Männer und Frauen, werde ich in diesen Tagen meinen Geist ausgießen. 19 Ich werde Wunder tun droben am Himmel und Zeichen erscheinen lassen unten auf der Erde!
 
ÜBERLEITUNG:
Der Heilige Geist kam aber nicht erst an Pfingsten auf die Erde. Er war immer schon da. Denn er ist ein Aspekt, eine Seite Gottes.
Die Bibel lässt offen, ob wir diesen Geist in der Natur selbst anschauen dürfen, oder die Natur uns (nur) als ein Gleichnis dient.
 
 
STATION 1: LEBEN / Blumenwiese
Das Leben ist ein Wunder. Für Jesus ist es klar, dass Gott die Vögel unter dem Himmel nährt und die Lilien auf dem Felde in wunderbare Gewänder aus Farben hüllt.
Kinder - aber wohl auch manche Erwachsene noch - haben ein Auge dafür, wie schön Gott die Blumen gemacht hat. Durch feinste Röhrchen werden Wasser und Nährstoffe aufgesaugt. Die Blütenblätter öffnen sich, wenn sie ausreichend lange Licht bekommen haben. Um Insekten anzulocken, die die Pollen weiterverbreiten, blühen die Blumen in bunten Farben. Das Leben ist wunderbar, aber auch verletzlich, kostbar und doch endlich. Vielleicht ist es sogar darum besonders kostbar, weil es mit Vergänglichkeit verbunden ist und also einmalig?!
Bis heute ist es ein Rätsel, wie das Leben auf die Erde kam. Und ebenso ist es ein Rätsel, wie jedes Lebewesen sein Leben bekommt und woher es die Kraft zum Leben bezieht. Die Bibel sieht hier Gott am Werke.
"Und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser," erzählt sie in ihrem Schöpfungsbericht (1 Mose 1,2). Er schuf das erste Leben auf der bis dahin leblosen Erde. Aber ebenso schafft er noch jetzt "alle Kreatur, gibt Leib und Seele, Augen, Ohren und alle Glieder, Vernunft und alle Sinne, versorgt mich mit allem, was nottut, beschirmt und behütet mich" (Luther).
In der Sprache der Bibel gibt es ein besonderes Wort für die Lebenskraft, die Gott seinen Geschöpfen schenkt. Es ist nicht einfach, in die deutsche Sprache zu übersetzen. Man spricht vom "Lebensodem", dem Atem Gottes. Den Menschen der Bibel stand die bewegende Kraft des Windes vor Augen; und sie erlebten auch an sich selbst, dass ihr Leben vom Atmen abhängig war. Wer seinen letzten Atemzug tut, der stirbt. Dieses eine Wort, was für "Wind" und "Atem" steht, wird nun aber auch als "Geist" wiedergegeben. Der "Geist Gottes" ist jedoch mehr als nur der bloße Atem, es ist die eigentliche Lebendigkeit, die uns beseelt, das Geheimnis unseres Daseins.
 
 
STATION 2: WIND / Windrädchen
Von der bewegenden Kraft des Windes erzählt auch die Pfingstgeschichte. Wenn frischer Wind um uns bläst, fühlen wir uns lebendig. Wenn Wind weht, können wir Drachen steigen lassen. Wenn Wind weht, drehen sich unsere Windrädchen. Wind kann sanft oder stark, leise oder heftig sein, aber immer geschieht etwas.
Stillstand drückt aufs Gemüt. Wenn ein Rädchen sich nicht dreht, so möchte ich es gerne anpusten, ihm sozusagen meinen Atem schenken, damit es lebt und sich bewegt. In abgestandener Luft ermatten sogar unsere Gedanken. So steht der Geist Gottes für das Belebende und Erfrischende - nicht nur im leiblichen Dasein der Geschöpfe, auch in ihrem Denken und Wollen. Der Geist befreit von den Zwängen, die unser Denken und Handeln blockieren.
Es gibt dazu ein sehr schönes schwedisches Lied (EG 568):
(THONY RESTEL liest:)
1. Vinden ser vi inte,
men dess röst vi hör
viska eller brusa som en mäktig kör.
2. Anden ser vi inte,
men vi hör hans röst
tala i vårt hjärta ord av ljus och tröst.
3. Vinden ser vi inte,
men vi ser dess spår.
Vågen rörs och gräset böjs där vinden går.
4. Anden ser vi inte,
men i Andens vind
blir vår rädsla borta, strömmar glädjen in.
5. Från en värld som ingen
enda av oss ser
kommer Anden till oss och sin hjälp oss ger.
 
Die Pfingstgeschichte erzählt nun aber auch gerade das Wunder, dass die Menschen nicht mehr durch ihre Sprachen getrennt sind. An Pfingsten redet der Geist Gottes von Herz zu Herz und überwindet die Sprachhürden. So wollen wir daher das schwedische Lied auch in unsere Sprache übersetzen:
1. Wind kannst du nicht sehen,
ihn spürt nur das Ohr
flüstern oder brausen wie ein mächtger Chor.
2. Geist kannst du nicht sehen;
doch hör, wie er spricht
tief im Herzen Worte voller Trost und Licht.
3. Wind kannst du nicht sehen,
aber, was er tut:
Felder wogen, Wellen wandern in der Flut.
4. Geist kannst du nicht sehen,
doch, wo er will sein,
weicht die Angst und strömt die Freude mächtig ein.
5. Hergesandt aus Welten,
die noch niemand sah,
kommt der Geist zu uns, und Gott ist selber da.
 
MUSIK: Petra Hasse-Becker (EG 568)
 
STATION 3: FEUER / Feuerkorb
Man spricht von Lebensatem, aber auch von dem Lebensfunken. Vom "Feuer" erzählt auch die Pfingstgeschichte. Die Jünger hatten den Eindruck, als sei der Raum voll züngelnder Flammen. Obwohl "Feuer" zu den vier Elementen gehört, ist es doch kein Ding, kein Gegenstand. Man kann es nicht festhalten.
Betrachte ich das Feuer, fallen mir viele Dinge dazu ein:
- Feuer steht für Licht und Wärme. Wir brauchen beides, um zu leben.
- Feuer und Flamme für jemanden oder etwas sein.
- Jemandem Feuer unter dem Hintern machen.
- Am Lagerfeuer sitzen.
- Ein loderndes Kaminfeuer.
- In Flammen aufgehen.
- Ein brennendes Herz haben.
- Leicht Feuer fangen.
- Ein Feuer greift um sich.
- Ein Edelstein hat Feuer.
- Der alte Mann hat noch viel Feuer.
- Das Feuer der Liebe.
Feuer kann auch etwas Gefährliches und Verzehrendes sein. Das Pfingstwunder überträgt vor allem die positiven Eigenschaften des Feuers auf Gottes guten Geist: Wir brauchen Gottes Geist, um zu leben. Er treibt uns aber auch an, will weitergetragen werden, um sich greifen, von einer zur anderen springen. Man kann ihn nicht greifen, aber er kann uns ergreifen.
Geist wird als Feuer beschrieben, weil er die Leidenschaft Gottes in uns weckt. Es ist die Leidenschaft des Schöpfers, seine Welt zum Wärmen und zum Leuchten zu bringen. Es ist die Leidenschaft für das Leben. So groß, dass sie sogar Christus aus dem Tod herausgeholt hat.
„Lasst euch vom Geist entflammen“ – so schreibt der Apostel Paulus an die Gemeinde in Rom (Röm 12,11b). Das heißt: Wir dürfen, ja wir sollen uns wieder neu von Gottes Geist entflammen lassen und sozusagen zu "Gottes Brandstiftern" werden.
Wie das geht?
• Ich lasse mich von der Botschaft der Bibel begeistern: Sie erzählt vom Sieg des Lebens über den Tod!
• Ich schaue, ob es Menschen gibt, die ich mich mit meinem Glauben anstecken kann!
• Ich achte ebenso auf Menschen, deren Feuer des Glaubens auf mich überspringen kann, wenn mein eigenes Feuer zu verglimmen droht!
• Ich bin „Feuer und Flamme“ für den Gott des Lebens, die Lebendigkeit in seinen Geschöpfen, seine wärmende Liebe und die Hoffnung auf neues und ewiges Leben.
Wenn ich Feuer und Flamme für Gott bin, trete ich nicht nur für ihn ein - als den Geber des Lebens, sondern ich trete auch für die ein, denen er das Leben gegeben hat. Ich bitte darum und bete dafür, dass er alles nimmt, was Leben schädigt, einengt, zersetzt, blockiert. Ich halte Fürbitte.
 
ZWISCHENTEXT (aus dem Off? oder nur als Text eingeblendet):
"Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein,
besuch das Herz der Menschen dein:
Die deine Macht erschaffen hat,
erfülle nun mit deiner Gnad.
 
Zünd an in uns des Lichtes Schein,
gieß Liebe in die Herzen ein,
stärk unsres Leibs Gebrechlichkeit
mit deiner Kraft zu jeder Zeit. Amen."
 (Gebet aus der Zeit Karls des Großen)
 
STATION 4: TAUBE / Leine mit Papiertauben
Die Taube ist ein Zeichen (ein Symbol) für den Heiligen Geist. Daher gab es früher in vielen Kirchen eine geschnitzte Taube aus Holz, die am Pfingstfest an einem langen Seil von der Kirchendecke heruntergelassen wurde.
In der Geschichte von Pfingsten kommt die Taube aber gar nicht vor! Da wird erzählt, dass die Freunde von Jesus Gottes Geist spüren wie einen starken Wind und wie ein Feuerlicht, das ihnen Mut macht und Kraft gibt.
An einer anderen Stelle in der Bibel hören wir aber von der Taube als Zeichen für Gottes heiligen Geist. Als Jesus sich taufen lässt, so wird erzählt, sieht er wie sich der Himmel über ihm öffnet und Gottes Geist wie eine Taube zu ihm herabkommt. In der Geschichte der Arche Noah dient die Taube als Kundschafterin. Sie bringt einen blühenden Zweig herbei als Zeichen dafür, dass die Flut vorbei ist und Gott einen neuen Anfang mit dem Leben macht. Er schließt einen Bund mit dem Leben.
In vielen Kirchen kannst du die Taube als Zeichen für den Heiligen Geist entdecken! In der Gnadenkirche sehen wir sie in dem Kirchenfenster direkt über dem Taufbecken. In der Erlöserkirche sehen wir sie auf dem Boden des Taufbeckens abgebildet.
Wir können aber leicht auch eine Taube aus Papier basteln. Und dann können wir auf ihr unsere Wünsche und Bitten aufschreiben und sie sozusagen in Gedanken als unseren Brief an Gott schicken. Durch die Brieftaube des Heiligen Geistes kommt das, was Gottes Geist selbst in uns wirkt an Gedanken, zu dem zurück, der uns den Geist gesandt hat.
So notieren wir nun unsere Bitten zu Pfingsten - und laden alle ein, hier an dieser Leine an den Pfingsttagen und den Tagen danach auch eigene Bitten und Wünsche aufzuschreiben.
So bitten wir nun um den Heiligen Geist, durch den alles neu wird: unser Herz und die Welt. Stimmen Sie doch nach jeder Bitte mit ein: Komm, Heiliger Geist!
(1) Es gibt viel Angst in der Welt und viele Menschen, die keinen Mut, mehr haben: Wir bitten um den Geist der Hoffnung; wir rufen: ~
(2) Es gibt viel Traurigkeit in der Welt und viele Menschen, die weinen: Wir bitten um den Geist der Freude; wir rufen: ~
(1) Es gibt viel Lüge in der Welt der und viele Menschen, die sich nicht mehr zurechtfinden: Wir bitten um den Geist des Vertrauens; wir rufen: ~
(2) Es gibt viel Hass auf der Welt und viele Menschen, die miteinander streiten: Wir bitten um den Geist des Friedens; wir rufen: ~
(1) Es gibt viel Sehnsucht in der Welt und viele Menschen, die nur an sich denken: Wir bitten um den Geist der Liebe; wir rufen: ~
 
ABSCHLUSS:
Gott, Schöpfer, Geist, gib uns Verbindung mit dir, durch die das Leben zu uns kommt, das stärker ist als die Vergänglichkeit.
Gib unsere Gemeinde weiter die Be-geisterung, dich zu bezeugen und vielen Menschen in der Nähe und der Ferne deine rettende und heilende Botschaft zu bringen.
Alle Wünsche und Bitten bringen wir nun ein in das gemeinsame Gebet:
 
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme, dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit, in Ewigkeit.
Amen.
 
So segne und behüte uns Gott, der Allmächtige und der Barmherzige, der Vater, der Sohn und der HEILIGE GEIST. Amen.



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