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Predigt zum 9. Sonntag nach Trinitatis (01.08.2021

Predigt zum 9. Sonntag nach Trinitatis (01.09.2021)
Pfarrer Harald Schieber

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen Amen.

Der für heute vorgeschlagene Predigttext steht : Mt 7,24-27
Christus spricht:
24 Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute. 25 Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, fiel es doch nicht ein; denn es war auf Fels gegründet. 26 Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der gleicht einem törichten Mann, der sein Haus auf Sand baute. 27 Als nun ein Platzregen fiel und die Wasser kamen und die Winde wehten und stießen an das Haus, da fiel es ein und sein Fall war groß.
Herr, dein Wort ist unseres Fußes Leuchte und ein Licht
auf unserem Weg.

Liebe Schwestern und Brüder in Jesus Christus,
Als ich herausfand, dass dieser Text für heute vorgeschlagen ist, habe ich natürlich gedacht, dass ich den auch letzte Woche hätte nehmen können. Aber ich wollte einen prophetischen Text aus dem alten Testament und außerdem hätte ich dann für heute wieder eine eigene Entscheidung treffen müssen. Seien sie beruhigt, die Predigt wird sich von der letzte Woche unterscheiden.
Dieses kleine Stück ist der letzte inhaltliche Aspekt der Bergpredigt. Und es ist auch so etwas wie die Zusammenfassung der Bergpredigt. Jesus sagt: „Wer diese meine Rede hört und tut sie, bzw. Tut sie nicht“. Jesus fasst seine Bergpredigt also zusammen, mit einem Auftrag zur Tat. Offensichtlich kann man auf diese Bergpredigt nicht neutral reagieren, sondern nur, indem man die Dinge, die er darin gesagt hat, entweder tut, oder nicht tut. Und für beide mögliche Reaktionen hat er ein Bild. Wer es tut, was ich gesagt habe gleicht diesem und wer es nicht tut gleicht jenem. Er sagt also nicht ihr müsst so oder so entscheiden, aber er sagt, Eure Entscheidung, also Eure Reaktion auf das, was ich gesagt habe, hat Konsequenzen. Für den der sie tut, wie auch für den, der sie nicht tut.
Und wie so oft, benutzt er dankenswerter Weise Bilde, die das illustrieren. Wer in Israel wohnt, kannte diese Starkregen, die nach monatelanger Trockenheit oft recht überraschend kamen und dann trockene Bachtäler in sehr kurzer Zeit in reißende Flüsse verwandeln konnten. Mittlerweile können wir uns nur zu gut vorstellen, was das heißt, mit dem Unterschied, dass es für uns völlig überraschend kam. Direkt am Ufer eines solchen ausgetrockneten Bach- oder Flussbettes baute damals kein Mensch und auch woanders, also einmischen weiter weg, war es schlau, nicht auf lockerem Sand, sondern auf ein Felsenfundament zu bauen. Man hatte zwar auch damals schon Kenntnis davon, wie man ein Fundament legt, wenn der Boden zu locker ist, ich erinnere and den Text aus Epheser 2, wo der Autor vom Eckstein des Fundaments spricht, der für uns Jesus Christus ist., und von dem her ein Fundament halt bekommt. Aber das Bild ist schon in sich sehr aussagestark. Wir alle kennen Sandburgen, haben sie bestimmt in dem einen oder anderen Urlaub an der See auch mal selbst gegraben oder gebaut. Und egal, was man baute, nach der nächsten Flut war alles wieder weg. Entweder man es sich selbst angesehen, wie die Flut es holt, oder es war am nächsten Morgen passiert. Gut, für diese Art „Gebäude“ war die Dauerhaftigkeit nicht geplant. Aber für Gebäude, die uns vor der Außenwelt, vor Eindringlingen oder den Unbilden des Wetters schützen sollen ist Dauerhaftigkeit ein muss.
Gebäude heißen nicht umsonst Immobilien, „Unbewegliche Gegenstände“.
Ich glaube, wenn wir Jesus heute fragen würden, ob denn nicht ein ordentliches Betonfundament ausreicht, dann würde er vielleicht sagen, aber nur wenn darunter mehr ist als Sand.
Dass auch das nicht immer ausreicht, jedenfalls nicht, wenn das Wasser so gewaltig kommt, wie vor gut 2 Wochen, das wissen wir jetzt, aber damit konnte in unserem Land nun wirklich keiner rechnen.
Aber Jesus war kein Architekt, oder Baustatiker, sondern der menschgewordene Sohn Gottes, der uns dabei helfen wollte, zu verstehen, wie das Leben gelingen kann.
Er redete also mit dem Bild vom Hausbau nicht von einem Gebäude aus Stein und Holz sondern von unserem Lebenshaus. Und auch das, oder gerade das, braucht ein gutes, am besten ein felsiges Fundament. Und was das sein kann, sagt er uns ja freundlicherweise gleich mit: „Wer diese meine Rede hört und tut sie.“
Die Bergpredigt ist also von Jesus so gemeint, dass Ihr Inhalt wenn er in die Tat umgesetzt, also gelebt und getan wird, ein solides Fundament für ein Menschenleben sein kann. Bzw. umgekehrt, wer sie ignoriert und nicht danach lebt, ist so dumm, wie einer, der auf lockerem Sand ein Haus baut, eine Entscheidung die den Einsturz dieses Gebäudes schon fast mit einplant.
Der von mir eigentlich sehr geschätzte ehemalige Bundeskanzler damals noch Westdeutschlands, Helmut Schmidt, hat einmal gesagt, dass man mit der Bergpredigt nicht regieren könne.Und es gibt nicht wenige politische Kommentatoren, die dem zustimmen. Ein ganzes Land oder gar die Welt kann man vielleicht nicht mit der Bergpredigt als Handlungsregel regieren. Aber ich glaube auch, dass das gar nicht Jesu Absicht war. Die Bergpredigt was ja nicht an den Kaiser oder seinen Stellvertreter in Israel, Pontius Pilatus gerichtet, sondern an die einfachen Leute seiner, ich sag’s mal so „Fangemeinde“.
Heute soll meine Predigt weniger politisch sein, als letzte Woche, deshalb will ich die Frage, ob man mit der Bergpredigt regieren kann, nicht weiter vertiefen.
Ich will, dass das Stück, das wir heute als Predigttext haben mich anspricht, und zu mir spricht. Und wenn ich mir von Jesus sagen lasse: Wenn Du, Harald Schieber, dein Lebenshaus baust, und wenn es Dein ganzes Leben lang dauert, bis es fertig ist, dann sieh zu, dass Du es auf ein solides Fundament setzt, dem auch solche Starkregen wie vor gut 2 Wochen nichts anhaben können.
Ich hoffe sehr, liebe Schwestern und Brüder, das dem so ist, dass das Fundament meines Lebenshauses wirklich das ist, was Jesus in der Bergpredigt gesagt hat. Zustimmen kann ich allem, nahezu bedenkenlos, aber ob ich es wirklich auch tue, da bin ich nicht so sicher. Ende der achtziger Jahren tauchte sie das erste mal auf, aber die Armbändchen gibt es heute noch zu kaufen. Es gibt diese Armbändchen, auf denen die 4 Buchstaben WWJD stehen, was als Abkürzung für what Would Jesus do? Was würde Jesus tun. Hinter dem Slogan steht die Idee, durch solche Armbändchen erinnert zu werden, sich bei allem, was man tut, zu fragen, wie Jesus Christus in dieser Situation reagieren, handeln oder denken würde.
Ich bin überzeugt, das die Antwort auf diese Frage in nahezu jeder Situation des Lebens eine wäre, die mit den Grundgedanken der Bergpredigt übereinstimmt.
Würde Jesus zurückschlagen, wenn ihn einer angreift? Sicher nicht. Würde Jesus das widerliche Gerede über diese fette Schlampe aus der 7. Klasse mitmachen? sicher nicht.
Würde Jesus sich an der weit vor dem Laden stehenden Auslage selbst bedienen? Sicher nicht. Würde Jesus dem Bettler an der Straßenecke helfen? Ganz bestimmt. Würde Jesus dem einen Kopf kleineren Mitschüler immer wieder spüren lassen, wer der Stärkere ist? Ganz sicher nicht.
Es zu versuchen, sein Leben nach den Grundsätzen der Bergpredigt zu gestalten wird möglicherweise nicht dazu führen, dass man zu den angesehensten Menschen in der Schule, am Arbeitsplatz oder auf dem Sportplatz oder sonstwo gehört, aber es wäre die Konsequenz dessen, was wir gerade gehört haben. Und es gibt ja in der Weltgeschichte
auch das eine oder andere Beispiel, wo Menschen den Weg der konsequenten Gewaltlosigkeit gegangen sind, und auf diese friedliche Art und Weise wirklich etwas bewegt haben.
Ich denke, dass das ein gutes Lebensfundament darstellt. Außerdem hat Jesus selbst es gesagt, also sollten wir als Christen, also als seine Nachfolger auch danach streben, so zu leben.
Amen



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