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Predigt zur Christvesper 24.1.202

Predigt zur Christvesper (24. Dezember 2020)
Pfarrer Dr. Christoph Weiling
 
Es ist ein besonderes Jahr. Gottesdienste in den Kirchen fallen aus, weil nicht sicher auszuschließen ist, dass sich hier Besucher mit dem Virus anstecken können. Aber die Gottesdienste fallen nicht komplett aus. Es gibt Hausandachten und die Möglichkeit, Krippenspiel und Weihnachtspredigt über digitale Formate mitzuerleben. Freuen wir uns darauf, wenn wieder alles normal wird und wir so miteinander wieder feiern können, wie wir es gewohnt sind!
Aber hören wir auch in diesem Jahr auf das Weihnachtsevangelium, bei Lukas im 2. Kapitel:
„Es geschah aber in jenen Tagen, dass Kaiser Augustus den Befehl erließ, den ganzen Erdkreis in Steuerlisten einzutragen. Diese Aufzeichnung war die erste; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen. So zog auch Josef von der Stadt Nazareth in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete. Es geschah, als sie dort waren, da erfüllten sich die Tage, dass sie gebären sollte, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war. In der gleichen Gegend aber lagerten Hirten auf dem freien Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie und sie fürchteten sich sehr. Der Engel sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein
Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.“
 
Liebe Gemeinde, liebe Familien, liebe Alleinstehende!
In diesem Jahr ist alles anders. Die Glocken klingen, aber weniger süß, weil sie uns nicht zur Kirche rufen, sondern nur die Zeiten des gemeinsamen Betens daheim anzeigen. Doch die Botschaft von Weihnachten ist auch in diesem Jahr die gleiche: Gott wird Mensch. Vielleicht können wir das in diesem Jahr sogar besser hören, weil es ruhiger zugeht und stiller ist als sonst: Gott wird Mensch. Dir Mensch zugute.
Wir dürfen sein Angesicht schauen. Dürfen erfahren, dass er, der Heiland geboren ist, der heilen und gesund machen kann und den Frieden bringen wird. Gottes Wort, gemeißelt in Stein, wird Stimme. Gottes liebevoller Zuspruch bekommt Hand und Fuß. Christus ist da. Er ist in der Welt. Zu Bethlehem geboren.
Darüber ist die Freude groß. Menschen atmen auf. Der Bann ist gebrochen. Ihre Sorge, dass Gott schweigt, dass er diese Welt nicht mehr kennen will, nichts mehr von ihnen wissen will - ist aufgehoben. Er selbst kommt zu ihnen. Wird einer von ihnen. Gott lässt uns nicht allein.
Damit ist noch lange nicht alles heil und gut. Das Licht scheint an einem dunklen Ort. Im Stall ist es zugig und kalt. Es erklingt keine Festtagsmusik. Und kein Bratenduft durchzieht die Stube. In der Herberge war kein Platz für die junge Familie.
Im Evangelium wird es später heißen: Er kam in die Welt - aber nicht alle nahmen ihn auf. Es beginnt ein Neues. Aber Jesus wird auch weiter darum beten: Dein Reich komme! Weiter gilt es dafür zu beten und dafür einzustehen, dass Gottes Wille geschehe. Noch ist das Böse mächtig. Noch gilt es, sich in Krisen und Katastrophen zu bewähren.
Aber es ist ein neuer Weg in der Welt. Jesus Christus - das bedeutet Versöhnung statt Spaltung, Liebe statt Hass, Hoffnung statt Verzweiflung.
Das gilt auch 2020. Es beginnt in diesem Jahr keine neue Zeitrechnung. Mögen wir später einmal von "vor" und "nach" Corona reden, so zählen wir weiterhin die Jahre nach Christi Geburt. Mag das Weltgeschehen wanken, Gottes Liebe wankt nicht. Darum: Mögen wir auch leiser feiern, Weihnachten fällt nicht aus!
Gewiss, es sind unbequeme Zeiten: Der Weihnachtsmarkt findet nicht statt. Das Restaurant hat geschlossen, der Urlaub fällt ins Wasser, die Hochzeit ist verschoben. Und nun noch nicht einmal der vertraute Kirchgang wie alle Jahre sonst! Das ist betrüblich. Wir vermissen menschliche Berührungen. Wir schauen uns mit Masken an, unter denen das Lächeln verschwindet. Jetzt laut und jubelnd zu feiern, will uns unpassend erscheinen. Ein Impfstoff ist angekündigt. Aber noch drücken Ängste und Sorgen. Die Gesundheitsämter melden weiter hohe Zahlen. Die Krankenhäuser arbeiten am Limit. Keine guten Nachrichten.
Monate der gedämpften Erwartungen, der Unberechenbarkeit, der Unplanbarkeit liegen hinter uns. Weitere solcher Monate noch vor uns.
Und dennoch gilt gegen alle schlechten Nachrichten die Frohe Botschaft: "Fürchtet euch nicht. Denn euch ist heute der Heiland geboren!" Gott umkurvt nicht unsere schlechten Zeiten, sondern stellt sich mitten hinein, uns zur Seite. Er hält keinen Abstand. Er bringt Licht in die Welt. Das Licht des Lebens, das Licht der Liebe, das Licht der Hoffnung. Jesus ist auch darum geboren, weil "die Menschen nach Trost, Hoffnung und Zuwendung suchen, wenn die Medizin an ihre Grenzen stößt" (Lothar Wieler).
Was auch immer kommen mag, wir sind von guten Mächten wunderbar umgeben. Jesus weckt und stärkt das Beste in uns. Wir lassen uns nicht unterkriegen.
In diesem Jahr ist alles anders. Stiller ist es in der Stillen Nacht. Der Weihnachtsfeierstress fällt aus. Ich hoffe, dass Sie dadurch mehr Ruhe finden, dass Ihr dadurch mehr zur Ruhe kommt! Christus ist geboren. Auch darum, dass wir uns auf das besinnen, was wirklich zählt. Die Liebe, der Glaube und die Hoffnung. Die Liebe, die uns achtsam sein lässt für die Kleinen und die Schwachen. Der Glaube, der uns innerlich stark macht, weil wir nicht alles von uns selbst erwarten müssen. Die Hoffnung, die dem Bösen trotzt, weil sie dem vertraut, der bei uns sein wird bis an der Welt Ende.
Amen.



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